Aus dem zeitlichen Abstand zu heute muss ich sagen, dieses Konzert war ein Erlebnis der besonderen Art. Es wird in vielen von uns lange nachklingen.
Bildlich gesprochen war dem 90jährigen Jubilar eine Girlande gewunden, die dem Anlass würdig war. Und „Beigaben“ aller Art schmückten sie.
Da waren zunächst die Festredner Egbert Kindt, Vorsitzender des PC 1919 MA. Dann der Erste Bürgermeister, Herr Christian Specht, und der Polizeipräsident, Herr Klotter, mit seiner Laudatio auf den Chor. Nur zu verständlich war die Bitte des Vorsitzenden Egbert Kindt an das Publikum, sich den Beifall für die einzelnen Redner bis zum Ende der Festreden aufzuheben. Hier ging es nicht um eine Show, wo die Beliebtheit nach der Phonzahl des Beifalls gemessen wird, hier ging es um Mannheim und um den Polizeichor 1919 Mannheim und um seinen Stellenwert in der Stadt.
Ein Novum war für den Jubelchor, aber auch für den Gastchor, dass am Festkonzert drei Polizeipräsidenten als Gäste bzw. als Laudator teilnamen.
Es gaben sich die Ehre: der erste Schirmherr des Polizeichors 1919 Mannheim e.V., Herr Polizeipräsiden i.R. Willi Menz, sein Nachfolger Herr Polizeipräsident i.R. Knut Feldmann und der amtierende Polizeipräsident Herr Gerhard Klotter.
Ferner waren die Verantwortlichen des Führungsstabes des Polizeipräsidium Mannheim so u.a. Herr Ltd. Polizeidirektor Thomas Köber und Herr Polizeioberrat Jürgen Dörr als Gäste anwesend.
Insgesamt waren auch 5 Polizeiseelsorger der beiden christlichen Konfessionen unsere Gäste.
Dann zierte die Girlande die Damen und Herren vom Polizeimusikkorps Mannheim. Welch ein Glück für Mannheim, so ein Orchester in seiner Stadt zu haben. Sie sollten das Publikum unter Leitung von Dieter Kaufmann mit moderner und konzertanter Blasmusik in Big-Band-Arrangements erfreuen.
Aus Flensburg war der Polizeichor mit seinem Chorleiter Dr. Ekkehard Lack angereist, um die Girlande mit ihrem Liedgut zu verzieren. Es waren Lieder der Romantik, auch vor Wagner hatten sie keine Angst, und entsprechend kostümiert Lieder von der See.
And last not least der gastgebende Polizeichor 1919 Mannheim e.V. unter der Leitung von Wera Brehm. Und dann brach der Beifall los, als Egbert Kindt die Dankes- und Schlussworte ausgesprochen hatte. Frei nach Schiller hätte man sagen könne, der Worte sind genug gewechselt, jetzt wollen wir Lieder hören.
Den Reigen eröffnete der PC 1919 MA mit dem Lied an die Freude. Hervorragend die Abstimmung zwischen laut und leise. Und auch bei den folgenden Vorträgen merkte man das gute Verhältnis zwischen Chorleiterin und den Sängerinnen und Sängern. Der Blickkontakt blieb stets erhalten. Aber auch die beiden Solistinnen, Daniela Wenz, Sopran, und Ursula Boller-Schmidt, Klavier, taten Hervorragendes zu Ehren des Jubilars.
Die Flensburger wussten mit ihren Beiträgen beim Publikum zu gefallen. Der Beifall bewies es und ihr Chorleiter war sichtlich zufrieden.
Den Abschluss des ersten Programmteils machte das Polizeimusikkorps Mannheim. Die Stücke Marcia Augustana und Simon and Garfunkel wurden fröhlich musiziert und beim „Florentiner Marsch“ fiel es schon schwer, ruhig im Sessel sitzen zu bleiben.
Den zweiten Teil begannen dann die „Flensburger Jungs“. Sie hatten sich ganz offensichtlich in die Herzen des Publikums eingesungen. Die Gäste im Saal waren von einer Herzlichkeit, die die Sänger zur Hochform auflaufen ließ. Wer den Chorleiter Dr. Ekkehard Lack kennt, weiß, dass er seine eigene „Richterskala“ hat, mit der er seine Begeisterung auf alle überträgt. Sein kobolthaftes Dirigieren riss alle mit. Und dass Claus J. auch das Bühnenfach Pantomime beherrscht, war selbst Insidern bis dato unbekannt.
Weiter ging es mit dem PC 1919 MA. Für ein Jubiläumskonzert waren die Stücke sehr gut ausgewählt und zeigten damit die ganze Bandbreite des gesanglichen Vermögens dieses Chores. Mit diesem Abend geht die Chorleiterin Wera Brehm würdig in die Analen Mannheims ein. Der Wunsch nach einer Zugabe war zu verständlich, die Antwort darauf wurde auf den Schluss vertagt.
Wie beim ersten Auftritt zeigte auch jetzt das Ensemble des Polizeimusikkorps Mannheim seine Professionalität. Es waren eingängige Stücke, aber die Arrangements so schmissig. Es war eine Lust, ihnen zuzuhören.
Den Abschluss bildete der „Fliegermarsch“ mit Orchester und den „Vereinigten Chören“ Mannheim-Flensburg. Das Publikum war begeistert und brachte stehende Ovation. Als Dank bekam es jetzt seine Zugabe.